Die mündliche Kommunikation ist im beruflichen Alltag grundlegend. Führungskräfte verbringen bis zu 78% ihrer Arbeitszeit damit. Dieser Zeitaufwand kann durch effiziente rhetorische Kommunikation minimiert werden. Sie zu analysieren soll durch die 10 Kommunikationsstile erleichtert werden, die vom Forscherteam um Carina Cohrs der Technischen Universität Dortmund in einer Studie belegt wurden.

Bei dem Fragebogen der Studie handelte es sich um eine deutsche Übersetzung des bereits erprobten englischsprachigen Fragebogens Communicator Style Measure (CSM). Das Forscherteam befragte 871 Personen, die sowohl ihr eigenes Verhalten als auch das ihres Vorgesetzten anhand von 32 Items einschätzten. Die Items gaben Aufschluss über die unterschiedlichen Kommunikationsstile. Sie werden durch die Adjektive aufmerksam, beeindrucken, dominant, dramatisch, freundlich, gelassen, lebhaft, offen, präzise und streitlustig beschrieben. Aus den Kommunikationsstilen ergibt sich ein elfter Faktor, das sogenannte Communicator Image. Es misst, wie kommunikationsstark die jeweilige Person ist. Auch wurden Fragen zur Arbeitszufriedenheit gestellt.

Die 10 Kommunikationsstile konnten bestätigt werden. Sie unterschieden sich signifikant voneinander. Sechs davon standen in einem positiven Verhältnis zum Communicator Image: Demnach gelten diejenigen Menschen als kommunikationsstark, die einen beeindruckenden, dominanten, freundlichen, gelassenen, lebhaften, offen oder präzisen Kommunikationsstil aufweisen. Hinsichtlich der Arbeitszufriedenheit konnte ein positiver Zusammenhang mit dem aufmerksamen, freundlichen und beeindruckenden Kommunikationsstil festgestellt werden.

Welchem Kommunikationstyp entsprechen Sie?
die mit * versehenen Stile gelten als kommunikationsstark

Aufmerksam – Diese Personen zeigen dem Gesprächspartner, beispielsweise durch Kopfnicken und Augenkontakt, dass sie aktiv zuhörten und Interesse an dem haben, was er sagt.

Beeindruckend* – Diese Personen werden als besonders charismatisch wahrgenommen und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Dominant* – Diese Personen sprechen laut, halten Augenkontakt und geben sehr kurze Antworten. Sie werden als selbstbewusst, durchsetzungsstark und begeisternd wahrgenommen, wirken allerdings manchmal arrogant und eingebildet. Der dominante Kommunikationsstil wirkt sich positiv auf die wahrgenommene Attraktivität aus.

Dramatisch – Diese Personen schmückten ihre Erzählungen häufig durch Metaphern oder andere Stilmittel aus, sie übertreiben gerne und setzten gezielt Betonungen.

Freundlich* – Diese Personen bestärkten ihr Gegenüber häufig, beispielsweise durch Nickten. Sie werden daher als sehr angenehme Gesprächspartner wahrgenommen. Der freundliche Kommunikationsstil wirkt sich positiv auf die Effektivität von Lehrpersonen aus.

Gelassen* – Diese Personen werden als entspannt, unaufgeregt und selbstbewusst wahrgenommen. Das liegt daran, dass sie dem Gesagten, auch durch nonverbale Kommunikation, eine ruhige Konnotation geben.

Lebhaft* – Diese Personen nutzen aktiv ihre Mimik. Sie transportieren ihre Emotionen gezielt durch nonverbale Kommunikation.

Offen* – Diese Personen drücken ihre Stimmungen und Gefühle offen aus. Sie werden als gesellig, zugänglich und extravertiert wahrgenommen. Auch geben die häufig persönliche Informationen preis und haben nicht selten ein hohes Mitteilungsbedürfnis.

Präzise* – Diese Personen drücken sich gerne präzise aus. Sie legen sehr viel Wert auf fundierte Argumente.

Streitlustig – Diese Personen können sich in hitzigen Debatten nicht bremsen. Sie werden als provozierend wahrgenommen. Das liegt daran, dass sie ihren Gesprächspartner nicht zu Wort kommen lassen und ihre Argumente mit einem provokanten Unterton äußern. Der streitlustige Kommunikationsstil ist die negative Form des dominanten Stils.

 

Link zur Studie: http://econtent.hogrefe.com/doi/full/10.1026/0932-4089/a000215